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Die schwärzesten Tage meines Lebens

Nachdem der Tod meiner Mutter ein paar Tage zurück liegt, will ich das Erlebte aufschreiben.

Es begann am 04.07.2006 als meine Eltern früh morgens nach Sylt fahren wollten. Der Arm meiner Mutter war wie eingeschlafen und die Hand war gekrümmt - sie bekam sie nicht mehr gerade. Alex und ich wollten meine Eltern zum Zug bringen aber das hatte sich erst mal erledigt.

Meine Eltern fuhren sofort zu dem Herzspezialisten, bei dem sie in wegen Herzrythmusstörungen Behandlung war. Der konnte aber nichts feststellen und meinte, das könnte mit der Wirbelsäule zusammen hängen. Tatsächlich hatte sich meine Mutter am Tag vorher die Halswirbelsäule einrichten lassen. Er riet ihnen, nach Sylt zu fahren und vorher noch bei der Heilpraktikerin vorbei zu schauen. Gesagt, getan! Auch diese meinte, das könne vorkommen und dauere ein paar Tage. Wir waren beruhigt.

Nachmittags hat sich meine Mama etwas hingelegt und ich wollte nach ihr sehen. Auf meine Fragen hat sie nur zögernd geantwortet und war irgendwie nicht "anwesend". Ich hab es darauf geschoben, dass sie eben verschlafen sei. Kurz darauf traf ich sie im Gang und diesmal antwortete sie wieder nicht. Sie sah nur auf ihre Arme, hatte Tränen in den Augen und meinte "meine Arme, ich bin falsch gepolt". Ich rief den Notarzt und tatsächlich konnte sie plötzlich wieder sprechen. Sie meinte, sie hat mich gehört, konnte aber nicht antworten. Die Sanitäter untersuchten sie, zogen einen Arzt dazu und entschlossen sich schliesslich, sie in die Klinik zu bringen.

Dort wurden sämtliche neurologische Untersuchen gemacht und wir fuhren gegen 22 Uhr wieder nach Hause. Meine Mutter war entschlossen, am nächsten Tag nach Sylt zu fahren. So geschah es dann auch. Sie fuhren am 05.07.2006 los und riefen an, dass sie gut angekommen sind. Alles in Ordnung. Ich solle mich melden, bevor ich am 07.07.2006 selbst in den Urlaub fahren wollte.

Am Abend des 05.07.2006 war ich auf einer Geburtstagsfeier und schielte ständig auf mein Handy. Ich hatte ein komisches Gefühl. Am Morgen des 06.07.2006 um 8:30 Uhr rief mein Vater an und ich wunderte mich, seine Nummer zu sehen. ICH wollte mich doch melden, bevor ich los fuhr. Ich hab mich schlecht gefühlt und bin ans Handy gegangen. Da höre ich ihn schon ins Telefon schluchzen! Mama hatte am Abend vorher einen schweren Schlaganfall und liegt im Krankenhaus. Es geschah in der Fussgängerzone auf einer Bank. Sie las ein Heft und fiel ganz langsam auf einen Mann, der neben ihr ein Eis ass. Papa war ein paar Meter weiter und hat Fussball geschaut. Als das Spiel aus war und er zurück kam, war bereits der Notarzt und die Polzei da.

Papa ist ja schwer geh- und stehbehindert und auf Sylt ganz auf sich gestellt. Ich hab nach der Telefonnummer der Klinik gefragt und dort angerufen. Man teilte mir mit, dass meine Mutter eine schwere und ernste Erkrankung hätte. Mehr nicht...! Ratlos lief ich hin und her, telefonierte, versuchte zu arbeiten, liess es wieder. Nach einem weiteren Telefonat mit der Klinik, nach der Visite, entschloss ich mich, sofort nach Sylt zu fahren. Alex und ich packten schnell ein paar Dinge und fuhren los!

Wir checkten im Hotel ein, packten Papa zusammen und eilten ins Krankenhaus. Wir mussten lange vor der Intensivstation warten und ich wusste nicht, wie ich meine Mutter antreffen würde! Ich befand mich zwischen Hoffen und Bangen! Endlich war es soweit. Da lag sie also und scheinbar schlief sie. Leider war sie jedoch nicht zu wecken. Sie reagierte auf das Kitzeln meiner Haare und auf Berührungen - mehr nicht. Man sagte uns wieder, dass es sehr ernst sei. Sie wollten sie nachts wohl beatmen um sicher zu stellen, dass sie kein Erbrochenes in die Lunge bekommt. Ich war am Ende! Meine geliebte Mutter lag im Koma und konnte mich nicht sehen/hören. Ich wollte endlich aus dem Alptraum erwachen - aber nichts geschah! Ich nahm sie in den Arm, streichelte sie, weinte, flüsterte ihr ins Ohr...! Irgendwann sind wir gegangen. Am Boden zerstört...! Man konnte nur warten, auf das was geschehen würde. Mir war fast klar, dass die Sache schlimm enden kann.

Am nächsten Morgen (ich hab kaum geschlafen, hatte keinen Hunger und hatte seit 5 Uhr nur noch geweint), wollten wir uns mit dem ADAC in Verbindung setzen, wegen eines Rücktransports meiner Mutter. Man sagte uns aber, dass sie dazu transportfähig sein müsse und das war sie nicht. Zwischenzeitlich rief schon die Klinik an. Mama soll nach Flensburg verlegt werden. Es gibt dort eine neurochirurgische Klinik, die Schlaganfälle operiert. Der Hubschrauber ist schon bestellt, wir sollen kommen. Wieder in der Klinik. Wieder meine Mama reglos im Bett. Diesmal sogar beatmet, kalt und weiss. Man sagte mir, das käme vom Fieber. Ich weinte und dachte ständig, ich bin im falschen Film. Ich sagte meiner Mutter, dass ich sie liebe und ich ihr unendlich dankar für alles bin. Ich sagte ihr, wenn sie nicht mehr kann und die Kraft zu Ende ist, soll sie zur Regenbogenbrücke gehen. Woher ich diese Kraft genommen habe, weiss ich bis heute nicht! Irgendwann kam der Hubschrauber und man brachte sie weg. Die Aussicht auf eine OP weckte etwas Hoffnung. Wir packten unsere Sachen, checkten aus und machten uns ebenfalls auf den Weg nach Flensburg.

In Flensburg angekommen, suchten wir gleich die Klinik und gingen zur Intensiv. Wieder quälendes warten...! Endlich erschien eine Ärztin, die all meine Hoffnungen zerstörte. Die linke Hirnhälfte ist aufgrund einer Schwellung und Blutung so zerstört, dass sie nicht operieren und auch kein Fenster zum Druckabbau schneiden. Ich brach zusammen. Sie wollten ihr also nicht helfen, sondern warten bis sie starb. Wieder ging ich zu meiner Mutter und der Anblick wurde immer schmerzhafter und unerträglicher für mich. Ich wollte bleiben und gleichzeitig weglaufen. Ich kann nicht erklären, was ich gefühlt habe. Trauer, Hilflosigkeit, ich war wie gelähmt vor Schmerz.
Wir suchten also ein Hotel und ich rief meinen Bruder an. Er hat sich auch gleich mit seiner Frau auf den Weg gemacht. Er nahm den Zug bis HH und einen Leihwagen bis Flensburg. Um 2 Uhr nachts kamen sie an.

Am nächsten Tag gingen wir alle gemeinsam wieder ins Krankenhaus. Wir waren fix und fertig von dem Höllentrip und allem, was wir in den letzten Stunden erlebt hatten. Der Oberarzt kam zu uns. Er war sehr nett und einfühlsam. Er erklärte uns wieder, dass sie von einer OP keinen Vorteil hätte. Wir müssten warten, was geschieht. Sie atme selbständig und man könne sie wohl Mitte der nächsten Woche transportieren. Ein Lichtschimmer!!! Wir entschlossen uns, erst mal zurück nach Nürnberg zu fahren. Es war Samstag, der 08.07.2006.

Am Sonntag morgen erhielten wir die telefonische Auskunft, dass sie sich stabilisiert. Abends jedoch rief der Oberarzt an und meinte, der neurologische Zustand hätte sich sehr verschlechtert. Anstatt einer Pupille sind nun beide geweitet. Das bedeutet grosse Schäden im Hirn. Er sagte:" Sie müssen damit rechnen, dass Mutter das nicht überlebt!"
Nach der kleinen Hoffnung war ich wieder am Boden zerstört und musste mit dem schlimmsten rechnen.

Am Montag teilte man uns mit, dass man sie auf die normale Station verlegt hätte. Wir entschlossen uns, nach HH zu fliegen und einen Wagen zu mieten um nach Flensburg zu kommen. Ich hab alles organisiert. Der Flug ging am 11.07.2006 um 6:50 Uhr. Nebenbei informierte ich mich auch über eine Klinik, wohin man sie bringen sollte. Ich packte Discman, Parfum, Seife und Lotion für sie ein. Ich wollte sie waschen und sie Musik hören lassen.

Am 11.07.2006 ging ich früh um 6 Uhr runter zu meinem Papa. Da sass er und weinte. Man rief ihn um 2:30 Uhr an, dass Mama gestorben ist. Gelähmt lies ich die Tasche für sie stehen, ging zu Alex und sagte es ihm, setzte mich ins Auto und wir fuhren zum Flughafen.

Ich hab den ganzen Flug über nur geweint und man schickte mir einen Sanitäter am Flughafen HH, weil ich zusammen gebrochen bin.

Wir holten den Wagen und fuhren nach Flensburg. Mein Bruder war dabei und fuhr, denn ich war gelähmt. Ich war in einer anderen, von Watte umgebenen Welt.

In der Klinik angekommen, wollte man uns gleich mit einem Priester in die Aussegnungshalle begleiten. Aber ich wollte nicht. Mama tot sehen?? NEIN! NIEMALS! Das geht über meine Kraft. Papa und mein Bruder hingegen, wollten sie sehen.

Zuerst haben wir also mit dem Stationsarzt gesprochen, der uns all unsere Fragen beantwortet hat. Die linke Hirnhälfte war total zerstört. Wäre sie wieder aufgewacht, wäre sie gelähmt, könnte keine Sprache mehr verstehen und sie nicht mehr erlernen. Ob sie uns erkannt hätte, ist zweifelhaft! Deshalb auch keine OP! Die Ärzte wollten nicht, dass sie aufwacht. Entweder von selbst oder gar nicht. Alles, was meine Mutter ausgemacht hat, war zerstört! Wir nahmen ihre persönlichen Dinge an uns und warteten auf den Priester.

Dann kam der Priester und ich wusste immer noch nicht, was ich machen sollte. Ich trottete einfach hinter ihm her und irgendwann stand ich vor einer offenen Tür. Da lag sie in einem Bett und ich ging doch rein. Der Priester zündete Kerzen an und lies uns ein. Ich ging ein letztes Mal zu ihr und streichelte ihre kalte Stirn! Kein Mensch kann ermessen, was ich gefühlt habe. Schmerzen, Trauer, Hilflosigkeit, Machtlosigkeit und Unverständnis darüber, warum meine geliebte Mutter gehen musste.
Der Priester war nett und fand gute, passende, tröstende Worte! Er sprach Gebete und irgendwann verliessen wir den Raum wieder. Wir machten uns auf den Weg nach Hause! Ohne Mama, in eine ungewisse Zukunft die nie mehr die gleiche sein wird!

Ich bin furchtbar traurig! Ich kann keinem beschreiben, wie schrecklich diese Tage und Erlebnisse waren. Ich war oft am Ende meiner Kräfte. Was soll ich nur anfangen, ohne meine Mutter? Sie war mein Leben! Wir waren eins!

Aber, das Leben geht weiter. Bestimmt wartet Mama nur ein paar Strassen weiter auf mich!
10.8.06 16:19


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Trauer

Man hat mich gewarnt! Ich habe noch die Worte im Ohr, dass der Schmerz über den Verlust mit der Zeit schlimmer wird. Ich habe mich gefragt, wie schlimm es denn noch werden kann?

Die Urlaubstage taten gut, auch wenn es Tage und Stunden gab, an denen ich furchtbar traurig war. Das Herz ist zentnerschwer und droht zu zerbrechen. Der Kopf hat nur einen Gedanken, der erste am Morgen und der letzte am Abend! Immer der selbe Gedanke.

Tatsächlich war gestern und heute wiklich ein rabenschwarzer Tag voller Kummer und Schmerz. Die Tränen entbrennen in einem nicht enden wollenden Strom und das Herz will zerreissen. Die Sehnsucht überrollt mich und alles andere wird unwichtig. Ich hab nur einen einzigen Wunsch! Meine Mutter! Wie sie mir fehlt und wie oft ich nach ihr rufe. Antwort bekomme ich jedoch keine. Manchmal bilde ich mir ein, sie tröstet mich, streichelt mir über den Kopf. Dann wieder, kann ich sie überhaupt nicht fühlen, es gibt nur noch Schmerz.

Ich weiss, keiner kann mir meinen Schmerz nehmen. Keiner kann mir helfen. Ich muss das alleine durchstehen. Dennoch bedanke mich bei allen, die mir beigestanden sind und es noch immer tun. Danke für Anrufe, Mails, eine stille Umarmung oder angebotene Hilfe. Danke an meinen Mann, der mich liebevoll unterstützt und Verständnis für meine Tiefs hat. Es tut unendlich gut, soviel Anteilnahme zu erfahren. Danke.....
10.8.06 18:29


Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)
16.8.06 17:36


Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:

Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichter gleich,Bilder aus meinem Leben.

Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigenen und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war,
blickte ich zurück.

Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen
meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten Zeiten
meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast Du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"

Da antworte er:
"Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."

(Margret Fishback Powers)
17.8.06 14:15


Gott

In den letzten Tagen ifrage ich mich mmer öfter:

- gibt es einen Gott?
- gibt es ein Leben nach dem Tod?
- ist der Todestag Schicksal und vorbestimmt?

Antworten finde ich natürlich keine und so "glaube" ich heute dies und morgen das. Hin bin hin und hergerissen....

In den Unterlagen meiner Mutter habe ich folgendes gefunden. Sie hatte es auf einen Briefumschlag geschrieben.

Was gestern war, kann dich nicht mehr belasten.
Du kannst es hinter dir lassen.
Es geht weiter für dich.
Jesus spricht: "Ich habe dich erlöst."

Was heute ist, kannst du gestalten.
Du kannst tun oder lassen.
Ein neuer Tag für dich.
Jesus spricht: "Ich bin bei dir alle Tage."

Was morgen kommt, kannst du gelassen erwarten.
Du wirst Überraschungen erleben.
Zukunft für dich.
Jesus spricht: "Ich habe für dich gebetet,
dass dein Glaube nicht aufhört."
17.8.06 14:51


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